Boden und Natur erhalten!

- Aufnahme einer ökologischen Ausgleichsfläche in Freiham (c) Andreas Fürst
Wir wollen den Erhalt unserer Heimat!
Sind Sie in letzter Zeit auch über die Aubinger und Freihamer Felder gewandert?
Sind Ihnen da auch die neuen Flächen aufgefallen: Felder, die 20 - 40 cm unter dem übrigen Bodenniveau liegen, die sehr steinig sind, auf denen fast nichts wächst?
Das sind ökologische Ausgleichsflächen. Diese sind nach dem Bundesnatursschutzgesetz bei größeren Bauvorhaben vorgeschrieben.
Wenn in München die neue Trambahnlinie St. Emmeram (im Münchner Osten) gebaut wird, dann entsteht bei uns im Westen eine Ausgleichsfläche. Nur geht die Stadt München andere Wege, als wie es fast alle anderen Städe in Deutschland machen. Hier bei uns im Westen wird ein über 1000 Jahre gewachsener Mutterboden abgeschoben und entsorgt! Diese Fläche wird für immer der Landwirtschaft entzogen.
Wir setzen uns als CSU gegen diese Praxis ein.
Mehrere Anträge wurden hierzu bereits im Bezirksausschuss durch Andreas Fürst gestellt.
Ein Nachfragen des Landtagsabgeordneten und Bayrischen Umweltminister a.D. Otmar Bernhard brachte nun schon einen kleinen Erfolg.
Wir haben die Infos für Sie unten dargestellt.
Ihre CSU.
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Leserbrief zum Artikel :
Wie die Stadt Mutter Natur entschädigt
Erschienen: Münchner Merkur Nr. 14, vom Mittwoch 19. Januar 2011
Im Artikel „Wie die Stadt Mutter Natur entschädigt“, wird das gesamtstädtische Konzept Ausgleichsflächen in der Bauleitplanung an Hand des Beispiels der Tram-Trasse „St. Emmeram“ erklärt. Die Handhabung, wie Ausgleichsflächen umgesetzt werden, sind im 1.Ökokonto (67 ha) Eschenrieder Moos in hervorragender Weise verwirklicht. Dieses kann als „Musterbeispiel“ auch nur unterstrichen werden. ABER, leider wird seit 2008 ein neuer Weg zur Schaffung von Ausgleichflächen verfolgt. Beispielsweise wurde in der Langwieder Haide, um einen artenreichen Trocken- und Magerrasen zu entwickeln, auf 12ha der gesamte Oberboden in einer Höhe von 25-40cm (dies entspricht 20.000-30.000m² Oberboden) abgetragen und mit LKWs abtransportiert. Diese Maßnahmen wurden weiter auf ca. 6-7 ha bei Freiham Richtung Streiflach praktiziert.
Für die Anlage einer Blumenwiese wurden auf den Freihamer Feldern bei Streiflach 5.000m² Oberboden abtransportiert.
Es ist zu erwarten, dass für die gesicherten Ausgleichsflächen für die Töginger Str. (anliegend an der Langwieder Haide) weiterer Oberbodenabtrag auf einer Fläche von 2,5 ha stattfindet.
Wir haben also an jeder Ausgleichsmaßnahme ein Gefälle von bis zu 40 cm zu der umliegenden Bodenhöhe. Dies stellt nicht nur ein unschönes Gesamtbild der Landschaft dar, sondern ist auch total überflüssig!
Die CSU in Aubing vertritt die Auffassung, dass diese massiven Maßnahmen mit dem Eingriff in eine bereits bestehende und funktionierende Bodenstruktur nicht mit dem Naturschutzgesetz und dem Bodenschutzgesetz vereinbar ist. Nach dem Gesetz sind nachhaltig die Funktionen und die Fruchtbarkeit des Bodens zu erhalten! Das Ziel der Stadt, die Schaffung von Trocken- und Magerrasen, würde auch durch aushagern der Böden, d.h. Entzug der Nährstoffe durch Abtransport des Schnittgutes und keine weitere Düngung, in wenigen Jahren erreicht werden. Es darf nicht kostenintensiv ein über tausende von Jahren angereicherter Boden „entsorgt“ werden!
Im Bezirksausschuss sind hierzu schon mehrere Antrage gestellt worden.
Ein Antrag wurde durch die Stadt München seit über einem Jahr nicht beantwortet.
Ein weiterer gestellter Antrag der CSU, Einstellung von Bodenabtrag in Ausgleichsflächen, wurde
von der rot-grünen Mehrheit des Bürgergremiums aber leider abgelehnt.
Wir fordern von der Stadt München: Lassen Sie dies Praxis das Abtransports von Oberboden sofort einstellen!
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Abtragen von Humus ist kein vernünftiger Naturschutz! Dr. Bernhard fordert Änderung der Ausgleichspraxis in München
München, 7. Dezember 2010: Nach dem bayerischen Naturschutzgesetz ist bei Eingriffen in die Natur die Ausweisung von Ausgleichsflächen vorgesehen. Was auf dem Land kein Problem ist, stellt die Stadt München vor große Herausforderungen. Denn die Ausgleichsflächen müssen vom naturschützerischen Standpunkt höherwertig sein und zudem sind unbebaute Flächen im Stadtgebiet äußerst rar geworden. Diese Problemlage führt im Münchner Westen, wo es noch wenige landwirtschaftlich genutzte Flächen auf Stadtgebiet gibt, in der Praxis zur Abtragung der vorhandenen Humusschicht auf städtischen Flächen, um durch den dann entstehenden Magerrasen ökologisch höherwertige Flächen zu schaffen, die als Ausgleichsflächen ausgewiesen werden können.„Abgesehen davon, dass den wenigen verbliebenen Bauern im Stadtgebiet, die die städtischen Flächen gepachtet haben, damit ihre Existenzgrundlage entzogen wird, ist dieses Vorgehen für die Akzeptanz des Naturschutzes in der Bevölkerung völlig kontraproduktiv“, kommentiert der Landtagsabgeordnete aus dem Münchner Westen, Bayerns früherer Umweltminister Dr. Otmar Bernhard diese Praxis. „Seit Generationen gepflegtes Ackerland, das in den Augen der Menschen „Natur“ ist, wird durch diese Maßnahme unwiederbringlich zerstört. Die im Münchner Westen angewandte Vorgehensweise hat nichts mehr mit vernünftigem Naturschutz zu tun.“Dr. Bernhard plädiert für eine ähnliche Praxis wie in Dortmund, wo verschiedene ökologische Aufwertungen, u.a. der ökologische Landbau, als dann höherwertige Ausgleichsflächen akzeptiert werden. „Dadurch haben alle Seiten einen Vorteil: der wertvolle Ackerboden und die Lebensgrundlage der Bauern bleiben erhalten, die Menschen können den Naturschutz nachvollziehen und die Stadt hat mehr Optionen zur Ausweisung von Ausgleichsflächen. Dass dies bei gutem Willen möglich ist, zeigt die Stadt Dortmund, die dies seit einigen Jahren mit großem Erfolg praktiziert. Ich hoffe sehr auf die Einsicht und Unterstützung des Umweltministeriums“ so Dr. Bernhard.Dr. Bernhard hat die geschilderte Praxis der Stadt München zum Anlass genommen, um sich mit einem Schreiben an seinen Nachfolger Bayerns Umweltminister Markus Söder dafür einzusetzen, dass das so genannte „Dortmunder-Modell“ auch in Bayern – jedenfalls in städtischen Bereichen – praktiziert wird.
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Abtragen von Humus ist kein vernünftiger Naturschutz! – Teil 2
Umweltminister Söder stimmt Bernhard zu – Bernhard schlägt Münchner Westen als Pilotprojekt vor
München, 18. Januar 2011: Der Bayerische Umweltminister Dr. Markus Söder hat in einem Antwortschreiben dem Landtagsabgeordneten des Münchner Westens und seinem Vorgänger im Ministeramt Dr. Otmar Bernhard zugestimmt und mitgeteilt, dass der Humusabschub von Ackerflächen in jedem Fall auf Ausnahmefälle beschränkt werden soll. Das Umweltministerium plane derzeit Vollzugsvorschriften, die klar stellen, dass Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen in der Regel nicht auf hoch produktiven Ackerflächen durchgeführt werden sollen.
„Das Antwortschreiben ist eine gute Nachricht, denn es unterstreicht, wie irrsinnig die derzeitige Ausgleichspraxis im Münchner Westen ist. Ich hoffe sehr, dass die neuen Vollzugsvorschriften zur Konkretisierung des § 15 Abs. 3 Bundesnaturschutzgesetz das Abtragen von wertvollen Humusschichten für die Schaffung von Magerrasenflächen beenden werden“, kommentiert Dr. Bernhard.
Den von Dr. Bernhard im Dezember ausgeführten Vorschlag, den ökologischen Landbau als Ausgleichsflächen zuzulassen, so wie es im so genannten Dortmunder Modell praktiziert wird, hat Dr. Söder ebenfalls aufgegriffen. Die Staatsregierung will hierzu ein Pilotprojekt starten. Dies hat Dr. Bernhard wiederum zum Anlass genommen, um Dr. Söder den Münchner Westen als Pilotprojekt vorzuschlagen.
Hintergrund des Briefwechsels ist folgender Sachverhalt: Nach dem bayerischen Naturschutzgesetz ist bei Eingriffen in die Natur die Ausweisung von Ausgleichsflächen vorgesehen. Was auf dem Land kein Problem ist, stellt die Stadt München vor große Herausforderungen. Denn die Ausgleichsflächen müssen vom naturschützerischen Standpunkt höherwertig sein und zudem sind unbebaute Flächen im Stadtgebiet äußerst rar geworden. Diese Problemlage führt im Münchner Westen, wo es noch wenige landwirtschaftlich genutzte Flächen auf Stadtgebiet gibt, in der Praxis zur Abtragung der vorhandenen Humusschicht auf städtischen Flächen, um durch den dann entstehenden Magerrasen ökologisch höherwertige Flächen zu schaffen, die als Ausgleichsflächen ausgewiesen werden können.
Dr. Bernhard hatte Anfang Dezember die geschilderte Praxis der Stadt München zum Anlass genommen, um sich mit einem Schreiben an seinen Nachfolger Bayerns Umweltminister Markus Söder dafür einzusetzen, dass das so genannte „Dortmunder-Modell“ auch in Bayern – jedenfalls in städtischen Bereichen – praktiziert wird. Anstelle des Abtragens der wertvollen Humusschichten sollen demnach Flächen, die nach dem ökologischen Landbau bewirtschaftet werden, ebenfalls als höherwertige Ausgleichsflächen anerkannt werden.