BESCHREIBUNG DER STADTTEILE
AUBING, NEUAUBING, WESTKREUZ Das Aubinger Gebiet ist ältestes Siedlungsland. Bereits Kelten und Römer haben ihre Spuren hinterlassen. Dazu gibt es Grabungsfunde bei Freiham und Aubing. Das Dorf Aubing ist, wie bei fast allen anderen Orten unserer bayerischen Heimat, die mit "-ing" enden, bajuwarischen Ursprungs und hat sich schon ab dem 6. Jahrhundert entwickelt. Über die ersten Jahrhunderte von "Ubingum", wie es erstmals in einer Urkunde aus dem Jahre 1010 genannt wurde, weis man nur wenig. Die Ausgrabung des merowingerzeitlichen Reihengräberfriedhofes an der Bergsonstraße liefert jedoch einige Informationen über die ersten Jahrhunderte von Aubing. Am 16. April des Jahres 1010 ließ König Heinrich II eine Urkunde anfertigen, in der dem Stift Polling Höfe, Land und Zehent in Aubing zurückgegeben werden. 1330 hat Kaiser Ludwig der Bayer, Aubing als Ausstattung an das von Ihm gegründete Kloster Ettal vergeben. Durch die Säkularisation von 1803 wurde die Herrschaft des Klosters Ettal abgelöst. Aubing entwickelte sich schrittweise zur Gemeinde. Schon seit 1669 gab es mit Lehrer Franz Wagner in Aubing einen eigenen Schulbetrieb. Mit dem Bau der Bahnlinie Mü.-Buchloe bekam Aubing 1873 eine Eisenbahnhaltestelle, eine Poststation und eine Gendamariestation, sowie ein neues Schulgebäude an der heutigen Ubostraße. Mit dem Bau der Bahnlinie Mü.-Herrsching 1903 und durch die Errichtung der Centralwerkstätte der kgl. bayer. Staatsbahn entstand durch den Neubau von Wohnsiedlungen für die Arbeiter und Beamte der Ortsteil NEUAUBING. Später kamen noch die Schlafwagenwerkstatt sowie die großen Dornier-Werke hinzu, die heute leider allesamt nicht mehr bestehen. Am 01.04.1942 wurde die Gemeinde Aubing durch Erlass des Reichstatthalters für Bayern in die Stadt München eingemeindet. Die Bürger der Gemeinde von Aubing wurden dazu nicht befragt. Nach dem 2. Weltkrieg entstanden im Rahmen der Siedlungsvorhaben "Goldener Plan zur Behebung der Wohnungsnot" die Großsiedlungen AM WESTKREUZ, NEUAUBING-WEST und die Heimag-Siedlung.
LOCHHAUSEN "Häuser am Wald" bedeutet der Name Lochhausen ursprünglich, 948 oder 955 zum ersten Mal als "Lohhusa" erwähnt. Das Dorf wurde im Jahre 1942 dem Münchner Stadtgebiet zugeschlagen. Günstig für die Siedlungsentwicklung war der Umstand, dass Lochhausen durch die Haltepunkte an der Bahnlinie München-Augsburg schon damals gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen war. Außerdem waren die Grundstückspreise niedrig, so dass viele Stadtbewohner aus München nach Lochhausen zogen. Lochhausen entwickelte sich in städtebaulicher Hinsicht behutsam: Keine Großsiedlungen, sondern Einfamilien- und Reihenhäuser. Im alten Ortskern sind die dörflichen Strukturen rund um die Pfarrkirche St. Michael noch gut zu erkennen. Im Stadtteil befinden sich nicht nur große Grün- und Waldflächen, sondern auch noch rein landwirtschaftlich genutzte Flächen. Die hier verbliebenen landwirtschaftlichen Betriebe und Erwerbsgärtnereien sind auch heute noch mitbestimmend für das Ortsbild von Lochhausen.
LANGWIED Der Name Langwied wurde erstmals im Jahre 1269 beziehungsweise 1271 erwähnt und bedeutet "am langen Wald". Das einst eigenständige Dorf wurde während des Zweiten Weltkriegs (1. April 1942) gegen seinen Willen nach München eingemeindet. In Langwied sind rund um den alten Dorfkern noch dörfliche Strukturen erhalten geblieben. In Langwied bestimmen Einfamilien- und Reihenhäuser das städtebauliche Erscheinungsbild, ebenso wie die landwirtschaftlichen Betriebe und Erwerbsgärtnereien. Der Ortskern selbst wird durch den Anger mit dem Langwieder Bach geprägt. Im Norden befinden sich ausgedehnte Grün-, Wald- und landwirtschaftliche Flächen, vor allem das weitläufige Erholungsgebiet Langwieder- und Lußsee, das für den gesamten Münchner Westen von Bedeutung ist.
FREIHAM Erstmals tritt Freiham 1136 in das Licht der Geschichte als "Villa" des Klosters Polling. Dann aber folgten häufige Besitzerwechsel, meist zwischen Herren des Münchner Hofadels. Nach 1514 wird Freiham als "Schwaige" bezeichnet, also ein Viehbetrieb inmitten von Weideflächen. 1680 wurde das erste Schloß erbaut. Kurz zuvor 1676 wurde Freiham eine Hofmark, ihr Inhaber Achilles von Hermannsreith übt außer der Grundherrschaft auch die niedrige Gerichtsbarkeit aus. Carl Theodor von Yrsch baute 1865 das zweite Schloß in Freiham im Stile der Maximilians-Neugotik. Die wohl reizvollste Hinterlassenschaft vergangener Zeit in Freiham ist die Schloßkirche Hl. Kreuz. Die erste schriftliche Erwähnung findet man bereits 1315 und dürfte eine Gründung des Klosters Polling sein. Heute steht für viele der Begriff Freiham für das neu entstandene Gewerbegebiet mit den Großmärkten. Ein SBahnhaltepunkt sowie Wohnanlagen für einen neuen Stadtteilt mit bis zu 20.000 Menschen werden noch in den nächsten Jahren kommen. |